Bucket List? Schreibe ich nicht mehr!

Bucket List? Schreibe ich nicht mehr!

Seit August 2023 schreibe ich mehrmals im Jahr eine Bucket Liste mit meinen Vorhaben, Wünschen und Zielen. Die Idee und die Anleitung liefern Brian P. Morgan und Michael Lennigton in ihrem Buch: Das 12-Wochen Jahr – Wie Sie in 12 Wochen mehr schaffen als andere in 12 Monaten.

“Der Leitfaden zur Verkürzung Ihres Arbeitszyklus von einem Jahr auf zwölf Wochen.

Ohne einen Plan werden Sie keinen Erfolg haben. Die meisten Unternehmen und Menschen arbeiten mit Jahreszielen und -plänen, also einem zwölfmonatigen Durchführungszyklus. Brian Moran und Michael Lennington haben jedoch festgestellt, dass jährliche Pläne und Ziele unvorhergesehene Hindernisse schaffen und so die bestmöglichen Ergebnisse nicht erreicht werden können. So haben sie Ihr „Jahr“ neu definiert, indem es nur 12 Wochen lang ist. In 12 Wochen ist einfach nicht genug Zeit, um selbstgefällig zu werden, und die Dringlichkeit steigt und intensiviert sich. Das 12-Wochen-Jahr schafft Fokus und Klarheit darüber, was am wichtigsten ist, und ein Gefühl der Dringlichkeit, es jetzt zu tun. Am Ende wird mehr von dem, was wichtig ist, erledigt und die Auswirkungen auf die Ergebnisse sind tiefgreifend. 
„Ihr Erfolg basiert NICHT darauf, wen Sie kennen, Ihrem Wissen, Ihrer Motivation, Ihrer Leidenschaft oder Ihrem Wunsch nach einem Ergebnis. Ihr Erfolg basiert auf Ihrer Fähigkeit, konsequent zu planen und dies auszuführen. Punkt.“
Dieses Buch zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Kraft eines 12-Wochen-Jahres nutzen können, um bessere Ergebnisse in jedem Bereich Ihres Lebens zu erzielen.
Stellen Sie die Idee eines Jahres in Ihrem Unternehmen auf den Kopf und beschleunigen Sie so Ihren Weg zum Erfolg.“ Quelle: Thalia

Das gefiel mir. Die Idee, das gesamte Jahr in Abschnitte von 12 übersichtlichen Wochen einzuteilen und damit den immer größer werdenden Kuchen von Aufträgen, Besorgungen, Erledigungen, Wünschen und Träumen in kleinere und übersichtlichere Häppchen zu schneiden, war einleuchtend, praktikabel und einfach. Doch inzwischen stelle ich diese Liste und den damit in Aussicht versprochenen Erfolg infrage.

Darum benötige ich keine Bucket List

Meine Listen waren voller großer Träume: Reisen an ferne Orte, Dinge, die ich einmal im Leben tun wollte, Erlebnisse, die irgendwie beweisen sollten, dass ich „richtig“ gelebt habe. Doch irgendwann habe ich gemerkt: Diese Liste machte mich unruhig und manchmal fühlte ich mich durch mich selbst unter Druck gesetzt und gestresst. Ein großes Ziel nach dem nächsten. Sie gab mir das Gefühl, ambitioniert zu sein. Lebendig. Auf dem Weg. Statt das Leben zu genießen, jagte ich Momenten hinterher, die noch nicht da waren. Waren am Ende der 12 Wochen noch etliche Punkte offen, dann bekam ich oft ein schlechtes Gewissen, nicht genug geleistet zu haben. Das klingt vielleicht etwas verrückt und ich bin mir im Klaren, dass ich mir da selbst den Stress mache.

Und nun? Ich habe beschlossen, dass ich diese Art der Liste nicht mehr benötige. Nicht, weil ich aufgehört habe zu träumen, oder weil ich keine Ziele und Wünsche mehr habe. Sondern, weil ich angefangen habe, das Leben wirklich zu feiern. Es ist mein Wunsch an mich selbst, offen zu werden für das, was auf mich wartet oder sich auch nicht erfüllt.

Kein Abhaken mehr

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, war meine Bucket List vor allem eins: ein Versprechen in die Zukunft, ein Versprechen an mein zukünftiges Ich. Die Liste war immer auf morgen, übermorgen, nächste Woche oder den nächsten Monat ausgerichtet. Auf ein Leben, das noch kommen sollte. Dabei bin ich doch mittendrin in meinem Leben. Still. Traurig. Laut. Chaotisch. Wild. Wunderschön. Und ich beschäftige mich mit einer zukünftigen Optimierung.

Mir wurde klar, dass das Leben nicht auf mich wartet, bis ich irgendwann ausreichend Punkte abgehakt habe. Es passiert jeden Tag – in stillen Momenten, in Begegnungen, in kleinen Freuden. Das Lächeln einer Freundin, ein Spaziergang im Regen, der Duft von frischem Kaffee am Morgen – all das sind kleine Feste, die keine Planung brauchen.
Eine Bucket List schaut oft nach außen: nach Abenteuer, Leistung, Zielen. Das Leben zu feiern bedeutet für mich, nach innen zu schauen – auf Dankbarkeit, Verbindung und Freude im Jetzt.

Freiheit statt Druck

Ohne Bucket List bin ich freier. Ich darf spontan sein, darf Pläne ändern, darf mich überraschen lassen. Vielleicht mache ich morgen doch etwas, das früher auf der Liste stand – aber nicht, um es „geschafft zu haben“, sondern weil es gerade passt. Der Unterschied liegt im Gefühl: Ich lebe, statt etwas zu erledigen. So hat sich mein Fokus verschoben – weg vom „Irgendwann will ich …“, hin zu „Heute darf ich …“. Meine Bucket Listen hatten etwas sehr Lineares. Erledigt. Abgehakt. Nächster Punkt.

Seit ich nicht mehr sammle, was ich noch tun muss, sondern bewusster wahrnehme, was ich gerade erlebe, fühlt sich mein Leben voller an. Nicht spektakulär – aber echter.

Mein neues Motto in Action

Das Leben feiern“ bedeutet für mich, jeden Tag als Chance zu sehen, etwas Schönes zu entdecken, selbst in scheinbar gewöhnlichen Situationen. Feiern heißt: präsent sein. Spüren. Wahrnehmen. Dankbar sein, auch für das Unperfekte. Das Leben kann nicht abgehakt werden. Ein Sonnenuntergang ist kein Punkt auf einer Liste, auch nicht ein tiefes Gespräch. Alles im Leben zählt und alles darf sein, wirklich alles. Ich stoße an auf das Jetzt, auf das Unvollkommene, auf das Lebendige. Kein Ziel, kein Haken, nur Moment für Moment.
Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis überhaupt: Das Leben selbst ist die Liste. Nur ohne Punkte.

Das Leben ist kein Projekt

Ich habe aufgehört, mein Leben wie ein Projekt zu behandeln, das optimiert und vervollständigt werden muss. Stattdessen sehe ich es als Einladung. Jeden Tag neu. Manche Tage laden zum Tanzen ein. Andere zum Ausruhen. Wieder andere zum Innehalten oder Loslassen. Und all das gehört zum Feiern dazu.

Was ist an die Stelle der Bucket List getreten

Ich habe keine Liste mehr mit Dingen, die ich „vor dem Tod“ erledigen muss. Aber ich habe etwas anderes:

  • Neugier statt Zielzwang
  • Dankbarkeit statt Mangeldenken
  • Präsenz statt Planung
  • Freude an kleinen Momenten
  • Vertrauen, dass das Richtige zur richtigen Zeit kommt

Vielleicht mache ich dann irgendwann meine Weltreise. Vielleicht auch nicht. Beides ist okay.

Alle anderen Wünsche trage ich mir in meinen Terminkalender ein. Ein Beispiel: Ich gehe sehr gerne in Fotoausstellungen, also trage ich die Dauer der Ausstellung in meinen Kalender ein. Besonders heilig sind mir meine freien Tage, da lasse ich mir alle Optionen offen und entscheide spontan, was ich an diesem Tag erleben möchte oder wie ich ihn verbringen will.

Fazit: Ich feiere lieber, als zu zählen und abzuhaken

Ich brauche keine Bucket List mehr, um mir zu beweisen, dass mein Leben wertvoll ist. Ich feiere es lieber, in all seinen Facetten. An lauten und an leisen Tagen, mit Freude und Trauer, mit Umwegen und Überraschungen.

Das Leben will mit jeder Zelle gelebt und gefühlt werden, ohne Wenn, Aber und Eigentlich. Und genau das ist für mich die größte Feier und Freiheit überhaupt. Dabei fällt mir gerade auf, dass das Wort Feier im Wort Freiheit bereits enthalten ist, großartig!.

Worauf kannst du dich auf meinem Blog freuen

  • Ich werde weiter über Themen, die mit Achtsamkeit und Gesundheitzu tun haben schreiben.
  • Die Tradition von 12 Bildern am 12ten des Monats behalte ich bei.
  • Ich berichte über meine Reisen mit weiterhin vielen Fotografien.
  • Es gibt Monatsrückblicke und natürlich den Jahresrückblick.

Alles ohne Druck und mit viel Spaß und Freude am Tun, es fühlt sich gerade ganz wunderbar befreit an.

Herzliche Grüße, Birgit

3 Kommentare
  • Gabi Kremeskötter
    Posted at 15:48h, 02 Februar Antworten

    Liebe Birgit,

    ich feiere mit dir! Deine Freiheit, tun und lassen zu können, was du möchtest. Und damit auch die Entscheidung, keine Listen mehr zu führen.
    Ich nehme dir zu 100% ab, wie der Druck, dein selbstauferlegter, von dir gefallen ist.
    Gut gemacht!
    Vor allem nehme ich diesen Satz mit: „Das Leben selbst ist die Liste. Nur ohne Punkte.“
    Damit triffst du es auf den Punkt. Klasse!
    Ich selbst führe nur noch eine Wunschliste – und Wünsche sind ja nie mit dem „muss-erfüllt-werden“-Attribut versehen, sonst wären es keine, lach.

    Damit habe auch ich mich aus der Schleife des selbst auferlegten Drucks befreit – wir feiern also gewissermaßen gemeinsam.

    Auf die Freiheit!
    Herzliche Grüße
    Gabi

    • Birgit Buchmayer
      Posted at 20:10h, 02 Februar Antworten

      Großartig liebe Gabi, lass uns gemeinsam virtuell darauf anstoßen.
      Herzlichen Dank

  • Pingback:KW05/2026: Alle TCS-Blogartikel - The Content Society
    Posted at 05:03h, 02 Februar Antworten

    […] Warum ich keine Bucket List mehr schreibe […]

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