Kraftquelle Natur – 8 wunderbare Perspektiven

Kraftquelle Natur – 8 wunderbare Perspektiven

Wo tankst du Kraft? Diese Frage hatte ich Anfang Juli in die Welt geschickt, als ich zu meiner Blogparade „Die Natur als Kraftquelle“ aufgerufen habe. Gefragt hatte ich unter anderem: Welche Bedeutung hat die Natur für dich? Wo begegnest du ihr im Alltag? Hast du einen Lieblingsort? Am 2. August ist die Parade zu Ende gegangen, und ich bin selbst überrascht, wie unterschiedlich die Antworten ausgefallen sind. Sieben wunderbare Artikel sind zusammengekommen, dazu natürlich meiner. Acht Frauen, acht Kraftorte, acht ganz eigene Blicke auf dasselbe Thema.

Genau das macht für mich den Reiz einer Blogparade aus: ein Thema und so viele verschiedene Blickwinkel. Die einen finden ihre Kraft im Watt, andere am Gipfelkreuz, wieder andere schon beim ersten Atemzug am Morgen, ganz ohne Wald oder Berg.

Die Bilder stammen aus meiner Sammlung, ich habe versucht zu jedem Beitrag ein passendes Bild herauszusuchen.

Gemeinsamkeiten auf den ersten Blick

Und doch verbindet drei Dinge fast alle Geschichten: das Wasser, ob Watt, Meer oder Bergsee, die Bewegung beim Gehen oder Wandern, und am Ende immer dieselbe Erkenntnis, dass Kraft nicht am Ort selbst entsteht, sondern in dem Moment, in dem wir aufhören, etwas leisten zu müssen, und einfach da sein dürfen. Mehr dazu im Fazit am Ende des Artikels. Hier nun die Runde durch alle Artikel, in der Reihenfolge, wie sie bei mir eingetrudelt sind.

Silke Geissen – Natur als Kraftquelle

„Natur ist für mich Freude, Überraschung, Geborgenheit, Heilung und Beruhigung.“

Silke beschreibt die Natur als Quelle von Freude, Geborgenheit und Heilung, ganz konkret verortet: ihr Garten in Hamburg mit Vögeln und Eichhörnchen, ein Lieblingsbaum am Elbhöhenweg, die Dünen von Amrum, das Watt mit seinen Vogelschwärmen. Sie fotografiert gerne Muster und Strukturen in der Natur, Moose, Muscheln, Sand, und findet darin fast meditative Ruhe. Am meisten hat mich mitgenommen, wie sie Bewegung in der Natur nutzt, um bei Problemen den Kopf frei zu bekommen, so sehr, dass sie inzwischen „Walk and Talk“-Coachings anbietet, um genau diese Kraft weiterzugeben.

Petra Doris Chalupka – Die Natur als Kraftquelle: Was mir Garten, Wald und stille Momente sagen

„Natur ist für mich eine Kraftquelle, weil sie nichts von mir will. Sie bewertet nicht, wie viel ich geschafft habe.“

Petra beschreibt Natur als das, was nichts von ihr will: Sie bewertet nicht, wie viel sie geschafft hat. Ihre Kraftorte sind bewusst unspektakulär, Garten, Wald, Park, Wasser, und vor allem die kleinen Momente dazwischen, ein Baum am Wegesrand, der Himmel, der Erdgeruch nach Regen. Am schönsten finde ich ihren Gedanken, dass Natur Geduld lehrt, „alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit“, und dass genau diese kleinen, alltäglichen Augenblicke einen zurückbringen, zur Ruhe, zum Atem, zum eigenen Maß. 

Pamela-Rani Gindl – Die Natur beginnt in meiner Nase

„Die Natur beginnt für mich nicht im Wald, sondern mit dem ersten Atemzug.“

Rani geht einen Schritt weiter als die meisten von uns: Ihre Natur beginnt nicht im Wald, sondern beim ersten Atemzug, schreibt sie. In ihrem Artikel verbindet sie Atemarbeit, den Jahreskreis und die Mondphasen mit ihrer Yoga-Praxis, von der Savasana bis zum „Pocket Yoga“ für zwischendurch. Besonders gut gefallen hat mir der Gedanke, dass bewusstes Atmen dem Nervensystem Sicherheit signalisiert, ganz ohne dass man dafür überhaupt vor die Tür gehen muss. 

Anette Schade – Kraftorte sind nicht nur Orte auf der Landkarte

„Ein Kraftort ist für mich alles, was mich wieder mit mir selbst verbindet.“

Anette zieht es vor allem ans Wasser, ans Meer, zum Tauchen vor Sri Lanka oder auf den Malediven, aber auch an Schwedens Schären und an finnische Seen. Am meisten ist mir ihr Satz hängen geblieben: Ein Kraftort ist für sie alles, was sie wieder mit sich selbst verbindet, das kann ein Ort sein, aber genauso eine Tätigkeit oder ein Gedanke. Eine schöne Erweiterung des Themas, weg vom reinen Ortsbegriff.

Miriam – Weite, Wind und Watt: Mein Kraftort am Meer

„Barfuß im Watt, den weichen Boden unter den Füßen, Wind im Gesicht und ganz viel Weite um mich herum.“

Miriam nimmt uns mit ins Watt an der Nordsee: barfuß im weichen Boden, Wind im Gesicht, weites Land um sich herum. Sie beschreibt, wie sie zwischen Ebbe und Flut Muscheln sammelt und dem leisen Ploppen der Wattbewohner lauscht. Was mich berührt hat: Dort muss sie nichts leisten, darf einfach nur da sein, ganz ohne Reizüberflutung. Genau dieses „nichts müssen“ ist ja am Ende oft die eigentliche Kraftquelle. 

Inga-Janine Eichmann – Mein Kraftort hat keine Koordinaten, er hat Jahresringe

„Es sind die alten Baumriesen im Allgemeinen.“

Inga-Janine dachte lange, ihre Kraft käme von einer einzigen alten Eiche am Teufelssee in Potsdam. Mittlerweile weiß sie: Es sind alte Bäume ganz allgemein, die sie stärken. Sie erzählt, wie sie bei einer Wanderung bei Graal-Müritz einen Baum um Kraft gebeten hat und diese förmlich durch ihren Arm strömen spürte. Schön finde ich, wie sie die Verbiegungen alter Bäume durch Wind und Wetter mit den eigenen Lebenserfahrungen parallel setzt: Man wächst nicht trotz, sondern durch die eigenen Verdrehungen. 

Birgit Rotter – Mein Sehnsuchtsort: Die Berge im Zugspitzland

„Die Berge verändern mich. Sie geben mir Kraft.“

Birgit Rotter erzählt, wie ihre Liebe zu den Bergen schon als Kind in der Garmischer Kinder-Rheumaklinik begann, mit Blick auf die Alpspitze vom Krankenbett aus. Heute lebt sie in Farchant und ist immer noch nicht sattgesehen. Sie nimmt uns mit zu ihren liebsten Kraftplätzen, dem Königsstand, dem Kuhfluchtwasserfall, dem Hohen Fricken, dem Geroldsee, und beschreibt, wie sich beim Wandern das Kopfchaos Schritt für Schritt auflöst. Ein Satz von ihr ist mir besonders geblieben: Ein Sehnsuchtsort ist einer, der einen nicht mehr loslässt, egal wie oft man schon dort war. 

Und meine eigene Geschichte

„Beim Gehen im Wald verlieren sich meine festhängenden Gedankenschleifen.“

Auch ich habe mich der eigenen Frage gestellt und drei Orte gefunden, die für mich Kraft bedeuten: mein Garten, in dem alles einfach so wachsen darf, den Wald ganz in der Nähe, wo sich meine festhängenden Gedankenschleifen beim Gehen lösen, und, auf Reisen, den Kontrast aus Bergen und Wasser. Die eigentliche Erkenntnis für mich war aber: Kraft schöpft man nicht aus dem Ort allein, sondern aus der Achtsamkeit, mit der man ihm begegnet. Erst wenn ich bewusst entschleunige und hinspüre, wird ein Ort wirklich zur Kraftquelle. 

Was uns alle verbindet

Wenn ich jetzt alle acht Texte nebeneinanderlege, fällt mir vor allem eins auf: So verschieden die Orte auch sind, das Wasser taucht fast überall auf. Bei Silke im Watt von Amrum, bei Anette beim Tauchen vor Sri Lanka, bei Miriam barfuß im Wattenmeer, bei Birgit Rotter am Kuhfluchtwasserfall und bei mir selbst irgendwo zwischen Bergen und Fluss. Und noch etwas zieht sich durch fast alle Geschichten: die Bewegung. Wandern, Gehen, Schritt für Schritt, das kommt bei Silke, bei Birgit Rotter und bei mir gleichermaßen vor, immer mit demselben Effekt: Das Kopfchaos lichtet sich, die Gedanken werden ruhiger. Am meisten berührt hat mich aber, wie oft am Ende dieselbe Erkenntnis steht, Kraft zu schöpfen ist nicht an einen Ort gebunden, sondern entsteht da, wo wir loslassen, wo Verbindung entsteht, wo wir „sein“ dürfen. Miriam nennt das „nichts leisten“, Anette „mich wieder mit mir selbst verbinden“, Rani atmet bewusst, ich selbst spreche von Achtsamkeit.

Danke

Ich sage danke an alle, die mitgeschrieben haben, für eure Offenheit und eure wunderschönen Bilder. Wer noch nicht genug hat: Alle Artikel oben sind einen Besuch wert.

Auch wenn die Blogparade nun beendet ist, das Thema bleibt. Wenn du dich also angesprochen oder inspiriert fühlst etwas dazu zu schreiben, dann verlinke deinen Artikel gerne im Kommentar.

Naturverbundene Grüße, Birgit

1 Kommentar
  • Rani
    Posted at 10:23h, 05 August Antworten

    Liebe Birgit!

    Danke für diesen schönen Rückblick und dafür, wie aufmerksam du die Beiträge gelesen hast. 💚

    Ich habe mich sehr gefreut, dass du gerade meinen Gedanken zum Atem aufgegriffen hast – genau dort beginnt für mich die Verbindung zur Natur.

    Deine Blogparade hat so viele wunderbar unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht. Das allein war schon eine Inspiration.

    Danke für diese wunderbare Idee!

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