10 Sep. Achtsame Momente mit Hund
Acht achtsame Momente am achten eines jeden Monats. Achtsammeln, so heißt die monatliche Blogparade von Susanne Wagner. Wie fast jeden Monat versuche ich an diesem achten Tag des Monats immer wieder mit Achtsamkeit auf mich und die Dinge, die geschehen zu schauen. Hier sind meine acht achtsamen Momente.
- Kurz nach dem Aufstehen schaue ich zum Badezimmerfenster hinaus und entdecke einen vollständigen Regenbogen. Die Sonne steht noch tief im Ostenmund der Nebel lichtet sich langsam. Das sind alles zusammen ideale Bedingungen für einen Regenbogen. Ich staune und bin wie immer fasziniert. Regenbögen sind einfach magisch.
- Im Moment haben wir einen Hund für ein paar in Pflege, mit ihm gehe ich nach dem Frühstück in meinen Wald. Mila, die Hündin geht angeleint an meiner Seite. Immer wieder bleibt sie stehen und schnuppert ganz intensiv am Boden oder an den Blättern am Wegesrand. Was sie wohl alles wahrnehmen kann, frage ich mich. Also fange ich auch zu riechen an und rieche. Für mich riecht es gerade nach Erde, nach Feuchtigkeit, ein wenig modrig aber nicht unangenehm.
- Wir laufen weiter und kommen an einer Pfütze vorbei. Mila schnuppert erst und trinkt dann aus der Pfütze. Ob ich mich das auch trauen würde, Wasser aus einer schlammigen Pfütze zu trinken, frage ich mich? Wie groß muss meine Not oder mein Durst sein, um das zu tun. ich weiß es nicht und wünsche mir, dass ich niemals in eine solche Situation kommen möge.

- Manchmal drehe ich um und schaue, ob Mila noch da ist. Sie zieht nicht an der Leine oder muss gezogen werden, sondern geht ganz entspannt mit wedelnder Rute ein kleines Stückchen hinter mir. Gerade so viel, dass ich sie nicht sehen kann. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre da gar kein Hund an der Leine. Ich verspüre Vertrauen in sie und denke MIla hat auch Vertrauen in mich.
- An einer Wegkreuzung treffen wir auf andere Hunde. Einer geht an einer langen Schleppleine, der andere ist unangeleint. Ich bitte darum, den Hund anzuleinen, was nicht passiert. Mila zeigt deutlich ihre Angst oder Unsicherheit, der Schwanz verschwindet dann völlig zwischen ihren Hinterläufen. Ich werde ziemlich rüde aufgefordert, weiter zu gegen. Mit gutem Zureden schaffe ich, Mila zum weitergehen zu bewegen. Ich bemerke einen deutlichen Unmut in mir aufsteigen und empfinde Respektlosigkeit mir gegenüber, schließlich gilt hier Leinenpflicht, die nur wenige ernst nehmen. Für circa 200 m Wegstrecke rege ich mich auf. Dann finde ich zurück zu meiner Atmung und merke, wie sich mein Geist und mein Körper wieder entspannt.
- Am Nachmittag nehme ich mir Zeit für eine große Tasse Cappuccino. Ich schließe meine Augen und atme lief den Duft von Kaffee ein. Mit dem ersten Schluck schmecke ich die Mischung aus aufgeschäumter Milch, Zucker und Kaffee. Lecker.
- Mila hat es sich auf ihrer Decke bequem gemacht. Sie liegt völlig entspannt auf der Seite, die Vorderläufe übereinander und schaut mich blinzelnd an. Ich denke, wieviel Mensch steckt in einem Hund? Der Anblick entspannt auch mich total. Ich lächle und eine tiefe Freude steigt empor.

- Kurz vor dem Schlafen gehen schreibe ich noch ein paar Zeilen in mein Tagebuch und reflektiere den Tag. In diesen stillen Momenten bin ich ganz bei mir. Heute beobachte ich mich selbst beim Schreiben, wie ich den Stift halte und wie das Geschriebene auf dem Blatt Papier entsteht. Ein Gedanke entsteht und löst sich im nächsten Moment wieder auf. Nichts bleibt.
Herzliche Grüße, Birgit
Pingback:KW37/2025: Alle TCS-Blogartikel - The Content Society
Posted at 04:51h, 15 September[…] Achtsame Momente mit Hund […]
Silke Hüchel-Steinbach
Posted at 17:37h, 11 SeptemberLiebe Birgit,
eine spannende Frage, was es braucht um aus einer Waldpfütze zu trinken. Diese sieht ja ziemlich frisch aus. Nein, doch nicht ;)!
Herzliche Grüße Silke