108 Dinge, die ich verwirklichen möchte

108 Dinge, die ich verwirklichen möchte


108, an dieser Zahl bin ich hängen geblieben. 108 Dinge, die ich noch erleben, lernen und bewirken möchte. Das ist der Aufruf von Marianna Sajaz in ihrer Blogparade.

Für mich als Buddhistin ist die Zahl 108 allgegenwärtig, sind es vor allem 108 Perlen an meiner Mala, meiner Meditationskette, die ich beim Rezitieren eines Mantras während der Meditation durch die Finger gleiten lasse. Das Fühlen der einzelnen Perlen der Kette zwischen den Fingern erinnert mich in Momenten der geistigen Abwesenheit an das, was ich tun (meditieren) sollte und holt mich so auf sanfte Art wieder zurück in meine eigentliche Praxis – immer wieder und wieder.

Fun Fact: Alle unsere Autos haben die Zahl 108, sogar die des Geschäftspartners meines Mannes, und meine Mutter wohnt in ihrer Straße in Nr. 108.

Was ich mir wünsche

Eine ganze Zeit lang habe ich mir für jedes neue Quartal eine Bucket-Liste geschrieben und versucht, die vielen Punkte in den kommenden drei Monaten abzuhaken. Irgendwann habe ich beschlossen, diese Listen nicht mehr weiterzuführen. Ich fühlte mich eingeengt, gestresst und unzufrieden dabei.

Diese Liste hier ist anders. Sie ist keine Bucket-Liste zum Abhaken sondern gibt mir eine Richtung, mehr wie ein Wegweiser. Diese Liste ist eine Wunschliste, die sich hauptsächlich einem höheren Ziel widmet. Natürlich kannst du jetzt denken, da sind doch die Reiseziele und die Liste der sportlichen Aktivitäten. Das ist richtig. Der entscheidende Unterschied ist für mich, dass es sich hier um Wünsche handelt und nicht um Ziele.

Inzwischen bin ich im letzten Drittel meines Lebens angekommen. Ich habe so viele Ziele geschafft, einiges von der Welt gesehen und erlebt. Ich bin gesegnet mit einer wunderbaren Familie, besten Freunden, Gesundheit und finanzieller Sicherheit. Nun stellen sich andere Fragen:

  • Will ich einfach so weiter machen wie bisher?
  • Wie möchte die nächsten Jahre leben oder verleben?
  • Was möchte ich noch lernen und erleben?
  • Worauf will ich am Ende meines Lebens zurückblicken?
  • Was möchte ich weitergeben?
  • Wie möchte ich sterben?

Ich möchte mich weiter entwickeln

Es gibt manchmal ganz kurze Momente in meinem Leben, da sehe und spüre ich die Zusammenhänge. Davon möchte ich ganz einfach mehr.

  1. Geduld mit mir und mit anderen.
  2. Gelassenheit gegenüber Dingen, die ich im Moment nicht ändern kann.
  3. Weniger Vorurteile oder Schubladendenken.
  4. Mitgefühl für die anderen, Weisheit für mich ausüben.
  5. Mir meine Großzügigkeit erhalten.
  6. Meine eigenen Bedürfnisse besser verstehen lernen.
  7. Zu einhundert Prozent Freude erleben.
  8. Erkennen, dass alles Glück bereits schon in mir ist.
  9. Veränderung als etwas Unveränderliches betrachten.
  10. Handlungen mit voller Bewusstheit ausüben.
  11. Weniger Identifikation mit Gefühlen und gleichzeitig Freude erleben, dass sie da sind.
  12. Vom Ja-Nein-Vielleicht zum Alles ist möglich wechseln.
  13. Liebe und Dankbarkeit auch zu mir empfinden.
  14. Weniger inneren Widerstand und Ablehnung erleben, wenn ´s mal nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle.
  15. In allem einen unermesslichen Reichtum sehen.
  16. Erkennen, dass ich von nichts und niemanden ungetrennt bin.
  17. Weiterhin mit unendlich positiven Eindrücken meinen Geist füttern.
  18. Die Spielchen meines Ego erkennen und darüber lachen.
  19. Erkennen, dass jeder gelebte Moment ist kostbar, einzigartig und nicht wiederholbar ist.
  20. Eine menschliche Wiedergeburt in das nächste Leben.

Ich möchte in Beziehung sein

Partnerschaft, Familie und Freundschaft sind elementar für mich. Ich kann sehr gut mit mir allein auskommen und gleichzeitig brache ich die Gemeinschaft, halten mir doch andere den Spiegel hin um zu erkennen und zu lernen.

  1. Mit meinem Mann gemeinsam alt werden.
  2. Die Hochzeiten unserer Kinder zu feiern.
  3. Ein gute Beziehung zu meiner zukünftigen Schwiegertochter und meinem Schwiegersohn haben. Beide bereichern die Familie.
  4. Enkelkinder in den Armen zu halten und ihnen eine wundervolle Welt zeigen.
  5. Bestehende Freundschaften erhalten und pflegen.
  6. Immer mit einer Sangha – buddhistische Gemeinschaft verbunden sein.


  1. Vollstes Vertrauen in meine Liebsten haben.
  2. Mich mit den Menschen umgeben, die mich bereichern und mich berühren.
  3. Mich bewusst von denen trennen, die mir meine Energie rauben.
  4. Eine „Alten WG“ mit Freunden gründen, wenn ich Unterstützung benötige.
  5. Meine Mutter unterstützen und schöne Dinge mit ihr erleben.
  6. Die Menschen so nehmen wie sie sind, mit all ihren Macken und Einzigartigkeiten.
  7. In anderen ihre Besonderheiten sehen und würdigen.
  8. Einfach für andere da sein, mit allen Sinnen zuhören.
  9. Im Herzen mit meinem spirituellen Lehrer verbunden sein.
  10. Mit der Natur verbunden sein, ich bin ein Teil von ihr.
  11. Bis zum Lebensende ein aktiver Teil der Gemeinschaft sein.

Ich möchte die Welt entdecken und staunen

Ich bin schon viel auf der Welt herumgekommen und ich weiß, da ist noch mehr. Es geht mir nicht darum, eine Reise-Ziele-Liste zu erstellen, diese abzuarbeiten oder von einem Ort zum nächsten zu hetzen. Vielmehr möchte ich in fremde Kulturen eintauchen, Menschen begegnen und mit ihnen sprechen, sie sehen und fühlen. Ich möchte die Schönheit unserer einzigartigen Erde in. Mir aufnehmen. Und all dieses Erleben möchte ich weitergeben. Ich bin überzeugt, dass die Welt viel besser ist als ihr Ruf und wir alle müssen uns diese Welt bewahren, denn wir haben nur diese eine.

  1. Noch einmal Polarlichter sehen und die Polarnacht im hohen Norden genießen.
  2. Midsommer erleben, da wo die Sonne nie untergeht.
  3. In der Atacama-Wüste unter dem Sternenhimmel übernachten.
  4. Mit Mantarochen tauchen.
  5. Die Wassermassen an den Iguazu Wasserfällen bestaunen.
  6. Die Regenbogenberge in Peru besuchen.

Links der Mount Everest, rechts der Lotse. Die Aufnahme entstand auf einer Trekkingtour mit der Familie 2008 von Tengboche aus. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus.

  1. Noch einmal den Mount Everest sehen.
  2. Zum Fitz Roy und dem Cerro Torre in Patagonien wandern
  3. In der Mongolei auf einem Pferd reiten.
  4. Auf dem Landweg mit einem Camper bis nach Nepal fahren.
  5. Die Haute Route des Alpes vom Genfersee ans Mittelmeer fahren.
  6. Mit der Fähre über die Faröer Insel nach Island.
  7. Den Papageintauchern beim Fische fangen zusehen.
  8. Eine Fahrt zu den Abruzzen in Italien.
  9. Den Balkan und Griechenland entdecken.
  10. Patagonien bereisen und die Panamericana erleben.
  11. Buckelwale und Delphine beobachten.
  12. Einmal quer durch Kanada bis Alaska fahren.
  13. Ein Overland Trip zum Pamir Highway erleben.
  14. Südafrika und nochmals Namibia besuchen.
  15. Mit dem Camper durch Neuseeland reisen.

Sussusvlei in der Namib Wüste, hier hat es seit hunderten von Jahren nicht mehr geregnet, die Bäume sind versteinert.

Ich möchte aktiv und gesund sein

Gesundheit ist ein hohes Gut. Daran arbeite ich jeden Tag, geistig, emotional und körperlich. Bewegung draußen an der frischen Luft war schon immer wichtig für mich. Ich wandere gerne, noch lieber bewege ich mich mit dem Rad. Hier sind einige sportliche Dinge, die ich gerne können würde und erleben möchte. Eine gesunde Haltung mir selbst gegenüber beinhaltet natürlich gutes Essen, Bewegung im Rahmen meiner Möglichkeiten und eine grundsätzliche mir zugeneigte, wohltuende und positive Ausrichtung.

  1. In der freien Natur auf einer riesengroßen Schaukel schaukeln.
  2. Noch einmal über die Alpen gehen oder mit dem Fahrrad fahren.
  3. Klettersteige gehen.
  4. 100 km mit dem Rad an einem Tag fahren.
  5. Stand-Up-Paddel erlernen.
  6. Freihändig Fahrrad fahren können.
  7. 3 Klimmzüge und 10 Liegestütze können.
  8. Das Sportabzeichen machen.
  9. Trekking in Nepal und Patagonien.
  10. Reiten lernen.

Ich möchte wild sein

Ein Teil von mir ist wild und ungezügelt und das möchte ich in den mir verbleibenden Jahren einfach ausleben, ungeachtet irgendwelcher Konventionen. Sollen sie doch denken was sie wollen.

Zipline in Slowenien

Müngstener Brückensteig

  1. In einer Hängematte draußen übernachten.
  2. Ein Biwak in den Bergen unter dem Sternenzelt machen.
  3. Auf einer Hütte in den Alpen übernachten.
  4. Mit einem Ballon fahren.
  5. Einen aktiven Vulkan erleben.
  6. Eisbaden.
  7. Nackt im Regen tanzen.
  8. Den Regenbogen berühren.
  9. Die Erde aus dem Weltall sehen durfen.

Ich möchte arbeiten

Ich bin Apothekerin und liebe meine Arbeit. Deshalb stellt sich mit 64 Jahren die Frage nach Ruhestand oder Rentendasein im Augenblick noch nicht. Ich darf in einem netten Team mit einer wunderbaren Chefin arbeiten und tue dies gerne.

  1. Meine Kunden und Kundinnen weiterhin mit Beratung unterstützen.
  2. Den Kunden das Gefühl zu geben, dass sie hier gut aufgehoben sind.
  3. Ein offenen Ohr für ihre Bedürfnisse und Sorgen haben, auch wenn nichts gekauft wird.
  4. Produkte empfehlen, die meine Kunden in ihrer Gesundheit unterstützen.
  5. Mit meinen Kolleginnen zusammen für ein gutes Arbeitsklima sorgen.
  6. Stets mit Mitgefühl den Menschen begegnen.

Ich möchte loslassen und zulassen

  1. Meine Ungeduld.
  2. Meinen Zorn.
  3. Meine Widerstände.
  4. All die Dinge, an denen ich festhalte – Materiellen und Immaterielles.
  5. Ich möchte mich auf das Nötigste beschränken.
  6. Die eigene Vergänglichkeit annehmen.
  7. Meinen Körper im Sterbeprozess bewusst loslassen.
  8. Ein Lächeln im Gesicht haben, wenn ich sterbe.

Ich möchte zurückblicken

Ich stelle mir, wie ich mit 100 Jahren in einem Schaukelstuhl in meinem Garten sitze. Ein Lächeln im Gesicht, ein großes Eis in der Hand und auf mein Leben ohne Reue zurückblicke.

  1. Auf ein für mich sinnvolles Leben.
  2. Erinnerungen, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
  3. Auf Beziehungen zu besonderen Menschen und Tieren.

Familienhündin Mila

Pferde waren schon immer meine Lieblingstiere

  1. Auf die kleinen und großen Wunder und mich daran begeistern.
  2. Mich am gelebten Leben erfreuen können.
  3. Mit Liebe und Dankbarkeit für alle Momente, die ich erleben durfte.
  4. Am Ende wünsche ich mir, dass da kein Gedanke von „hätte ich doch ….“ ist.

Ich möchte Positives und Liebe hinterlassen

Dieser letzte Teil handelt von der Zeit nach mir und ist verknüpft mit der Hoffnung, für die Welt wenigstens eine kleine Bereicherung gewesen zu sein.

  1. Ich wünsche mir, dass meine Kinder stolz auf ihre Mama sein können.
  2. Dass ich eine friedvolle Welt hinterlasse.
  3. Ich wünsche mir, dass jemand sagt, das habe ich von ihr gelernt.
  4. Mein Verständnis von Demokratie weiter gegeben wird: diskutieren, andere Meinung aushalten und einvernehmlich einen Konsens finden
  5. Dass Frieden und Freiheit in Welt eins der wichtigsten Ziele sind.
  6. Dass es sich immer lohnt, sich für Gleichberechtigung einzusetzen.
  7. Dass alle ihr eigenes Glück in den eigenen Händen halten.
  8. Meine Eigenverantwortung für mein Leben und mein Sterben soll gesehen wird.
  9. Befreiung und Erleuchtung sind erreichbare Ziele.

Was bleibt

Wenn ich mir meine Liste durchlese, wird mir klar, dass es sich mit Ausnahme der Reisewünsche um Wünsche handelt, die ich mir mit keinem Geld der Welt erkaufen kann. Sie sind Lebenslinien, an denen ich mich orientieren kann und darf. Sie sind auch Wegweiser, die mir auf den verschlungenen Pfaden die Richtung zeigen.

Ich freue mich auf mein letztes Lebensdrittel. Mögen sich alle Wünsche für alle erfüllen und mögen alle fühlenden Wesen glücklich und frei sein.

Und nun zu dir, liebe Leserin, lieber Leser: Was möchtest du noch alles lernen, bewirken, ausprobieren? Gibt es Punkte in meiner Auflistung, die dich nachdenklich stimmen oder die dich inspirieren? Schreib mir deine Gedanken in den Kommentar.

Mit Liebe, Birgit

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